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Warum wurde Hanf und Cannabis in Deutschland verboten?

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Wusstest du, dass in Deutschland Cannabis und Hanf bereits völlig legal erhältlich war und in Apotheken zur medizinischen Nutzung verkauft wurde? Seit 1924 ist die Pflanze aber illegal – warum? Das verraten wir dir in diesem Beitrag.

Was ist genau damals passiert weshalb THC in Deutschland verboten wurde? Man kann es sich kaum vorstellen, dass in deutschen Apotheken bereits Cannabis verkauft wurde.

So wurde Cannabis in Deutschland illegal

Im Jahr 1911 wurde die erste internationale Opiumkonferenz abgehalten. Der Handel von Opium war weltweit sehr verbreitet – sozusagen die Nummer Eins Droge. Das wurde aber schnell zu einem Problem. Damals waren aber keine gefährlichen Drogenbanden dafür verantwortlich sondern Länder wie Großbritannien. Der Export ging in den fernen Osten.

Der Opiumhandel war für Großbritannien die Haupteinnahmequelle zur Finanzierung der Kolonien in Fernost. Darunter haben sehr große Banken profitiert, ohne Opium wären sie heute nicht da, wo sie sogar noch heute sind. Ebenfalls hat auch Hongkong sehr davon profitiert – es wäre heute bei weitem nicht auf dem Stand. Stichwort Opiumkrieg.

Die italienische Regierung hat in Den Haag einen Antrag eingebracht, dass Cannabis mit harten Drogen wie Kokain und Opium gleichgesetzt wird. Man wollte damit die Illegalität der Pflanze. Der Antrag wurde aber von anderen Konferenzteilnehmern fast einstimmig abgelehnt. Das war der erste Versuch Cannabis zu verbieten.

In der Genfer Opiumkonferenz wurde fast 13 Jahre später – im Jahr 1924 – von der ägyptischen Regierung ein weiterer Versuch unternommen – der Antrag auf Cannabisverbot. Dieser erhielt plötzlich breite Zustimmung und eine weltweite Diskussion entfachte. Damals gab es aber keinerlei Expertenanhörung und die deutsche Delegation lehnte den Antrag aufgrund „mangels technischem und wirtschaftlichem Interesse“ ab. 

Das Cannabisverbot wurde dennoch beschlossen. In Deutschland wurde Cannabis noch vier Jahre später verkauft. Einen Stop gab es erst nach Druck der Pharmaindustrie. Am 10. Dezember 1929 wurde vom deutschen Reichstag das neue Opiumgesetz verabschiedet – inklusive Verbot von Cannabis- und Hanf-Produkten. Eine Ausnahme gab es allerdings: „Cannabis auf Rezept“ war weiterhin in der Apotheke legal erhältlich. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde auch das Verboten.

Cannabis und die Pharmaindustrie

Die Pharmaindustrie hat sich bis dato häufiger in Gesetzesentscheidungen eingemischt. Es wurde stellenweise massive Lobbyarbeit ausgeübt. Aufgrund der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis ist es noch heute logisch, dass die Branche sich für ein Verbot einsetzt. Damit möchte man natürlich Umsätze (z.B. bei Schmerzmitteln) retten.

Cannabis wurde verpönt in der breiten Gesellschaft, denn es war illegal. Eine weitere Diskussion entfachte nicht, erst ab der 68er-Revolution wurde der Ruf nach einer Legalisierung wieder laut. Cannabis war damals zwar nicht erlaubt, aber geduldet. Im Jahr 1971 wurde das Opiumgesetz vom deutschen Bundestag neu verabschiedet mit einem völligen verbot von Cannabis.

1982 kamen weitere Änderungen hinzu, unter anderem wurde der Anbau von Nutzhanf dem BtMG unterstellt und verboten. In den 90ern gab es dann wieder eine Änderung: Ab 1996 durften akkreditierte Bauern wieder Faserhanf anbauen, sofern der THC-Gehalt bei unter 0,3% lag. Seit 2005 ist ein Zuwachs solcher Anbauflächen zu erkennen.

Weltweit wurde in laufe der Jahre der Ruf nach einer Legalisierung lauter, das führte zu einem politischen Druck. Auf europäischer Ebene hat man sich daher stärker mit Hanfanbau beschäftigt. 1989 verfügte die europäische Kommission in der Verordnung Nr. 1164/89, dass 25 Hanf-Sorten von den Mitgliedsstaaten legalisiert werden müssen. Dabei ging es um so genannten „Faserhanf“ mit einem Wirkstoffgehalt von unter 0,3%. Damit wurde ein Keil in die geschlossene Legalisierungsfront geschlagen – damit trennte man „legalen“ Nutzhanf und „illegalen“ Rauschhanf um die Community auszuspielen beziehungsweise zu spalten.

Cannabis und Hanf sind noch heute eine zwiespältige Thematik, denn mit Hang gibt es wertvolle industrielle Anwendungsmöglichkeiten (z.B. Plastik-Alternative) und Cannabis punktet mit medizinischen Anwendungsmöglichkeiten allerdings ist es auch ein beliebtes Rauschmittel. Diese Tatsache verhindert das offene Ohr der Gesellschaft und damit schließen sich Tür und Tor für einen Vormarsch. 

Aktuellen Schätzungen zufolge gibt es über 50.000 industrielle Anwendungsmöglichkeiten für Hanf. In der Medizin könnte Cannabis ebenfalls sehr erfolgreich gegen viele Krankheiten und gegen Schmerzen eingesetzt werden.

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